Interview mit Frau Ursula Geier

11.08.2018

So normal wie möglich

Interview

Ihre Tochter Melanie kam 1980 mit dem Down-Syndrom zur Welt. Wie haben Sie es geschafft, dass Ihre Tochter kein Leben im Abseits führen muss?


Obwohl es den Begriff “Inklusion” damals noch gar nicht gab, haben wir unsere Tochter praktisch vom ersten Tag an in unserem Leben - in der Familie, mit Freunden, in der Gesellschaft, im Urlaub - mit eingebunden und so eigentlich voll inklusiv gehandelt. Auch auf ihrem Bildungsweg, der damals für Kinder mit Down-Syndrom unveränderbar vorgezeichnet schien, fanden wir immer wieder großartige Unterstützer.

Seit 2005 engagieren Sie sich ehrenamtlich in der Lebenshilfe Regensburg. Seit 2012 sind Sie Vorsitzende. Welche Anstöße möchten Sie geben?


Um zu erreichen, dass Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung ein “normales” Leben mitten in der Gesellschaft führen können, müssen wir sie dafür stark machen: ihr Selbstbewusstsein stärken, ihnen auf Augenhöhe begegnen, ihre Einwände ernst nehmen und sie dazu befähigen, ihre Rechte wahrzunehmen und ihre Meinung zu sagen. Deshalb haben wir zum Beispiel eine Bewohnervertretung und einen Werkstattrat.

Die Lebenshilfe Regensburg ist heute auf vielfältige Weise tätig. Welche Aufgaben erfüllen Sie?


Wir haben Werkstätten, eine Förderstätte für Menschen mit hohem Hilfebedarf, Wohnstätten und gerade erst fand der Spatenstich für ein Lebenshilfe-Haus in Regensburg statt. In den Werkstätten gibt es insgesamt circa 550 Arbeitsplätze und in den Wohnstätten 175 Wohnplätze. Außerdem leisten Fachdienste in vielen Bereichen Hilfe zur Bewältigung des Alltags. Wir haben einen eigenen Fahrdienst und die Offene Behindertenarbeit steht bereit zur Betreuung, Begleitung und Beratung.

Wo sehen Sie die Aufgaben der Zukunft?


Unser Ziel muss es sein, jede nötige Unterstützung, Förderung und Hilfe anzubieten, damit alle Menschen mit kognitiven Einschränkungen so selbstbestimmt wie möglich ein normales und erfülltes Leben mitten in der Gesellschaft führen können.


Interview aus der Mittelbayerischen Zeitung vom 07.08.2018

 

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