Prozeßqualität der Regensburger Wohnstätten

Die Arbeit in den Regensburger Wohnstätten ist auf die Gesamtpersönlichkeit der Bewohner ausgerichtet. In der Lebensgemeinschaft soll der Mensch mit geistiger Behinderung Möglichkeiten zur individuellen Lebensgestaltung und Entfaltung eines persönlichen Lebensstils haben, einen größtmöglichen Zuwachs an Selbständigkeit erfahren, aber auch Schutz und Geborgenheit finden.

Notwendige pädagogisch therapeutische Begleitung und Unterstützung sowie notwendige pflegerische Hilfen sind Bestandteile eines ganzheitlichen pädagogischen Handelns. Gerade der in den einzelnen Betreuungsbereichen genannte Personenkreis kann existentiell bedeutsame Beziehungen häufig erst über basale pflegerische Verrichtungen aufbauen und entfalten (Förderpflege, aktivierende Pflege), so dass eine Grenzziehung zwischen Pädagogik und Pflege hier nicht möglich ist.

Das systematische methodische sowie bewusste Vorgehen ist der Mittelpunkt des Betreuungs- und Förderprozesses. Das heißt, die Betreuung und Förderung wirkt zielorientiert und problemlösend. Das ganzheitliche Förder- und Betreuungskonzept wird in den folgenden Punkten beschrieben. Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese Punkte immer in einer Wechselbeziehung zueinander stehen.

Anamnese und Erhebung zum Hilfebedarf

Erkenntnisse zum Hilfebedarf sind für eine ganzheitliche, eigenständigkeitsfördernde Betreuung unerlässlich. Die Erhebung in Form des Aufnahmegesprächs ist der erste Kontakt zwischen der Einrichtung und dem Bewohner. Das Kennenlernen des Bewohners, das Abschätzen seiner Ressourcen und das Aufbauen einer Beziehung sind die Ziele der Hilfebedarfsermittlung. Erkenntnisse zum Hilfebedarf werden über der Bewohner selbst, Angehörige, Betreuer oder ärztlichen Unterlagen gewonnen. Die Anamnese zum Hilfebedarf wird nicht nur einmalig, sondern während des gesamten Aufenthalts des Bewohners fortgeschrieben. Die daraus gewonnenen Kenntnisse sind Grundlage des pädagogischen Handelns, das ständig den Bedürfnissen des Bewohners angepasst wird.

Erkennen von Ressourcen

Die bereits vorhandenen Fähigkeiten beeinflussen den pädagogischen Entwicklungsprozess positiv und helfen dem Bewohner die größtmögliche Unabhängigkeit zu erreichen. Das Berücksichtigen der vorhandenen Fähigkeiten steigert das Selbstwertgefühl des Bewohners und hilft so mit, dass die Betreuung und Förderung aktiviert und nicht ausschließlich ausgleichend wirkt. Das Erkennen von bewohnereigenen Fähigkeiten erstreckt sich z.B. über körperliche und geistige Ressourcen, sowie soziale Kontakte durch die auch Angehörige und Kontaktpersonen in den Förderprozess mit eingebunden sind. In die Förderplanung werden pädagogische und pflegerische Maßnahmen gleichermaßen aufgenommen. Ein Defizit definiert sich darin, dass die Selbständigkeit des Bewohners eingeschränkt ist und er dies nicht selbst ausgleichen kann.

Festlegung von Betreuungs- und Förderzielen

Für jeden Hilfebedarf muss es ein pädagogisches Ziel geben. Im Förderplan werden Fernziele formuliert. Das pädagogische Ziel muss realitätsnah sowie für den Bewohner erreichbar und nachvollziehbar sein. Dabei hat die Zustandserhaltung des Bewohners Vorrang.

Planung der Betreuungs- und Fördermaßnahmen
Durch regelmäßige Besprechungen zu inhaltlichem und organisatorischem Ablauf wird die Qualität der Betreuung laufend fortgeschrieben. Der Hilfeprozess wird fachlich geplant, umgesetzt und in einer Dokumentation festgehalten. Besonderes Gewicht wird dabei auf Förderung und Erhaltung der Selbständigkeit gelegt. Darüber hinaus wird für den Bereich der Förderpflege eine bewohnerbezogene Pflegedokumentation geführt.

Durchführung der geplanten Betreuungs- und Fördermaßnahmen
Die Bewohner der Regensburger Wohnstätten werden durch die Bewohnervertretung der Regensburger Wohnstätten in die Mitwirkungsmöglichkeiten nach § 9 des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes (PfleWoqG) bzw. nach Teil 3 der Verordnung zur Ausführung des PfleWoqG eingebunden. Ergänzend hierzu nimmt der Elternrat gemäß seiner Geschäftsordnung stellvertretend entsprechende Aufgaben war.

Den Bewohnern wird die soziale Einbindung in das örtliche Gemeinwesen nach ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten durch folgende Maßnahmen gewährleistet:

  • Theater- und Kinobesuche
  • Teilnahme an Festen und kulturellen Veranstaltungen
  • Außenkontakte durch Verwandte, Freunde, Nachbarn und Betreuer
  • Gemeinsame Einkäufe
  • Teilnahme an Erwachsenenbildung
  • Teilnahme am kirchlichen Leben

Jeder Mitarbeiter ist verpflichtet, das Ziel der Maßnahme zu erkennen, mit der Durchführung vertraut zu sein und eine exakte Beobachtung durchzuführen. Für die Betreuungs- als auch für die Fördermaßnahmen gilt es Abweichungen zu erkennen und weiterzugeben und zu dokumentieren. Bei der Durchführung ist stets der ganzheitliche Förderprozess zu berücksichtigen. Jeder Mitarbeiter ist stets angehalten, sein Handeln auf Effizienz hin zu überprüfen.

 

Regensburger Wohnstätten
Gemeinnützige GmbH

der Lebenshilfe Regensburg e.V.


93083 Gebelkofen

Wolkeringer Straße 3


Tel.: (09453) 99 89 5-100

FAX: (09453) 99 89 5-199

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